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MERZ Albert : MARQUAGE 4

MARQUAGE 4
Preis
450.00 € 
(Foreign countries : without V.A.T – Without frame)
Künstler
MERZ Albert
Technik
Originale Aquatinta vom Künstler handsigniert
Untergrund
Rives Bütten
Format (cm)
50x65 cm

Biographie de MERZ Albert

 

 

Waren die Bilder von Albert Merz früher von Menschen, Hunden, Leitern, Gegenständen beherrscht, so zeigen sie sich heute eher in überwiegend abstrakter Bildsprache. Dennoch empfinden wir sie keineswegs als fremd und unverständlich, sondern eher als beruhigt und sortiert, in eine neue und dennoch vertraute Form transponiert. Die gleiche zurückhaltende Farbigkeit des Grundes wird wie ehedem von graphischen Elementen dominiert, die aber nicht wie zuvor nur mit der leicht zu verwischenden Kohle gezeichnet, sondern mit lockerem Pinselstrich gemalt sind. Das nach wie vor häufig genutzte Doppel, sei es nun als Diptychon oder als Zweiteilung im Bilde, bleibt ein wiederkehrendes Sujet, Positiv-Negativ sind Grundlage der dynamischen und doch ausgewogenen Komposition, die sich entweder streng im Rahmen hält oder auch ganz deutlich über diesen hinausweisen kann. Kühne Überschneidungen deuten ein sich außerhalb des Bildgevierts ausdehnendes Geschehen an. Das Bild wird zum Guckloch ins Universum.

Die Bilder haben nichts Hermetisches, sondern ganz im Gegenteil etwas Kommunikatives. „Wer dort?“, so der Titel eines Doppelbildes, das Kreise, Schnüre über Vergitterungen und fliegenden Fetzen enthält und an ein Kindertelefon erinnert; diese Frage scheint sich auch dem Betrachter zu stellen und die Antwort ist sicherlich nicht immer eindeutig; aber antworten tun diese Bilder stets. In der Farbgebung, auch in der Zeichnung natürlich, herrscht Transparenz. Dadurch wird der Eindruck des Schwebenden und Transitorischen erreicht, auch des wie zufällig Gefundenen, Gitter, Linien mit Punkten und Überschneidungen wirken wie die Beschreibungen eines Lebensweges: Ortssuche, Umwege und Leitlinien, Stationen auch. Reflexionen, Umkreisungen, Annährungen, Bewegung und Verwischungen sind charakteristische Merkmale der Kunst von Albert Merz, die sich wie ein organisches Gewächs verhält, das sich aus nie versiegender Fülle speist. Merz liebt Metaphern. Jetzt sind es außer dem Gitter der Stachelbalken, der Turm, der Berg, die Spirale, der Kreis, elementare Zeichen, die weniger der Realität als der Psyche und Mythologie verbunden sind. Ganz selten gibt Merz seinen Bildern Titel, obwohl sie für ihn durchaus mit einer bestimmten Bedeutung behaftet sind. Er will dem Kunstwerk seine Offenheit belassen, die fern vom nur Individuellen und Eindeutigen liegt.

Es gibt das Chaotische, es gibt das Kosmische bei ihm; aber letztlich sucht er doch die Ordnung, die er auch durch das Einfügen konstruktiver, geometrischer Elemente herzustellen vermag. Schließlich kommt auch die Schrift hinzu, allerdings in der für viele heute nicht mehr lesbaren Sütterlinschrift. Dies dient seiner Neigung zur Verschlüsselung, die Inhalte erst bei näherer Betrachtung und Durchforschung erkennbar werden lässt.

In den allerjüngsten großformatigeren Arbeiten verbindet sich die Fotografie der Malerei im Diptychon. Es ist allerdings nicht die gewöhnliche Fotografie, sondern eine malerische Form der digitalen Fotografie, die mithilfe eines Strahlendruckers auf den Holzuntergrund aufgetragen wird, Das reale Objekt nimmt so wieder Eingang in die Magie der Bildwelt und wird dadurch wiederum selber magisch. Gerade die einfachen Formen einer Schaufel zum Beispiel, eines Hauses, eines Trichters, werden so zum Ornament, wie auch zum Bedeutungsträger. In ihrer nutzlosen Isolation oder gar in der ebenso nutzlosen Verdoppelung bekommen sie eine Rätselhaftigkeit, der die Phantasie des Betrachters ausgesetzt ist. Angeregt durch die Nachbarschaften in der anderen Bildhälfte, die zumeist abstrakt oder zumindest ebenso vieldeutig sind, wird der Betrachter zu tief- oder auch abgründigen Spekulationen verführt. Der Weg führt immer fort von der Oberfläche in die Tiefe, bildräumlich wie gedanklich. Dennoch stimmt die Mehrzahl der Bilder eher heiter. Die Tragödie des Menschen oder des Lebens, die ja auch in ihnen verhandelt wird, ist mit einer spielerischen Leichtigkeit ins Visier genommen, ohne deshalb oberflächlich zu wirken. Miktokosmen und Makrokosmen stehen nebeneinander, Weltlandschaften und Seelenlandschaften, Licht und Schatten. Auch eine gleichsam alchemistische Freude am Vereinen des Unvereinbaren, um ein größeres Ganzes zu erschaffen, wird in den Bildern spürbar. Es geht dabei nicht um surrealistische oder gar dadaistische Nonsens- und Zufallszusammenstellungen, sondern schon um Sinnzusammenhänge, die sich aus den Gegenüberstellungen oder Verschmelzungen ergeben. Dies führt ins Reich der Psyche und des Unbewussten, der bildlichen Erinnerung aus uralten Zeiten, so wie sie zur Zeit der Entstehung der Welt und des Menschen vorstellbar ist. Die Sicht ins Innere verbindet sich den der Natur entlehnten Formen, Amorphes Strukturiertem, Festes Fließendem, Spiralen und Labyrinthe bündeln Energien, erzeugen einen Sog der Kräfte, die in allen Bildern nahezu körperlich präsent sind.

Die Kunst von Albert Merz hat in aller Konsequenz eine große Eigenständigkeit behalten und lässt sich schwer in gängige Kunstströmungen einreihen. Bei aller Verschlüsselung spricht sie doch sehr persönlich zum Betrachter. Sie zitiert weniger vergangene Kunst – wenn nicht die eigene -, als manchmal geradezu naiv anmutende Gegenstände. Der Begriff des Archaischen drängt sich dabei auf. Das Geistig-Intellektuelle verbindet sich dem Sinnlich-Natürlchen. Einklang stellt sich her, oder vielleicht besser: Zusammenklang. Das Dargestellte bezieht sich nur indirekt auf Realität. Eher erscheint es wie Erinnerung an etwas – Mnemosyne – Traumbilder. So sie im Traum Bekanntes und Fremdestes aufeinanderstoßen, sich verschleiert oder uns ganz aggressiv anspringt, so vermischen sich in den Bildern die Bewusstseinsebenen, durchkreuzen oder begleiten einander. Es gibt kaum etwas, das sich nicht im nächsten Augenblick in ein anderes verwandeln oder sich unserem Blick entziehen könnte. Die Elemente Wasser und Luft liegen näher als Feuer und Erde. Fließen, Schweben, das sind Zustände, in die die Bilder – wie häufig eben auch der Traum – uns verstehen können. So erweist sich die Malerei, auch ganz ohne den Einsatz eines Computers, in der Lage, uns in eine virtuelle Welt zu transporieren, deren Realität nicht nur eine künstliche, sonder auch und vor allem eine künstlerische ist. Sollte man Albert Merz mit einem Wanderer durch die Welt vergleichen, so würde man ihn wohl am liebsten als Flaneur bezeichnen, der sehr ruhig und beständig, wachsamen Auges durch die Sphären schreitet, an Abgründen vorbei, diese wohl erblickend und betrachtend, aber niemals hineinstürzend. Davor bewahrt ihn nicht zuletzt auch seine positive Ironie, die mehr zum Humor als zum bissig Kritischen neigt. Die Zeit der Reife ist angebrochen.

Ursula Prinz

Einzelausstellungen (Auswahl)

1982
Galerie «Das Haus», Berlin
Raum für aktuelle Schweizer Kunst, Luzern

1983
Galerie im Foyer, Philip Morris, München
Galerie Hartmann & Dibbert, Berlin

1984
Galerie Christian Scheidemann, Hamburg
Galerie ARTforum, Hannover
Galerie Marianne de Fluiter, Walchwil
Galerie Lietzow, Berlin
Ladengalerie Künstlerwerkstatt
Lothringerstraße, München
Stiftung Landis & Gyr, Zug

1985
Galerie Zimmer, Düsseldorf
Galerie Ursula Wiedenkeller, Zürich
Galerie Partikel, Luzern
Galerie Lietzow, Berlin

1986
Galerie Lietzow, Berlin
Galerie Walz & Wetter, Stuttgart
Galerie ARTforum, Hannover
Kunstraum Kreuzlingen

1987
Galerie Lietzow, Berlin
Galerie Krief-Raymond, Paris
Galerie Joachim Becker, Cannes (F)
Galerie Ursula Wiedenkeller, Zürich
Galerie Susann Mäusli, Zürich
Galerie Garces-Velasquez, Bogotà (Kolumbien)
Galerie am Kleinen Markt, Mannheim

1988
Galerie B, Besançon (F) y
Galerie Lea Gredt, Luxembourg
Galerie Partikel, Luzern
Galerie Wetter, Stuttgart
Galerie am Kleinen Markt, Mannheim
Galerie Ferran Cano,Palma de Mallorca
Galerie Val i Trenta, Valencia (E)

1989
Neuer Kunstverein Aachen
Galerie llverich, Düsseldorf
Galerie Ernst Hilger, Frankfurt
Einwohner- und Bürgergemeinde Unterägeri
Kunst im Riegelhaus, Hüttwilen
Galerie Ernst Hilger, Wien
Galerie Lietzow, Berlin
Galerie Joachim Becker, Cannes (F)
Galerie Ursula Wiedenkeller, Zürich

1990
Galerie Jacob, Oldenburg
Galerie ARTforum, Hannover
Galerie Dau al Set, Barcelona
Galerie Beau Lezard, Sète (F)
Galerie Gastaud, Clermont-Ferrand (F)
Galerie B, Besançon (F)
Galerie Krief, Paris
Galerie Holbein, Lindau

1991
Galerie Lietzow, Berlin
Galerie Ernst Hilger, Frankfurt
Edition Gutsch, Berlin
Städt. Galerie, Laibach (Slow.)
Galerie Lea Gredt, Luxembourg
Galerie Partikel, Luzern
Galerie Heimeshoff, Essen
Galerie Bäumler, Regensburg
Galerie Steinmetz, Bonn
Galerie Patricia Asbaek, Kopenhagen
Galerie Gardy Wiechern, Hamburg

1992
Galerie Aklundh, Lund (S)
Galerie Mesmer, Basel
Palais Thurn und Taxis, Bregenz (A)
Galerie Baumgarten, Freiburg
Galerie Ursula Wiedenkeller, Zürich

1993
Galerie Klaus Braun, Stuttgart
Espace Suisse, Strasbourg
Galerie Bernhard Schindler, Bern
Galerie Steinmetz, Bonn
Galerie Bergmann, Stockholm
Galerie Lötscher, Luzern

1994
Galerie Elitzer, Saarbrücken
Galerie Tangente, Eschen (Liechtenstein)
Galerie Wiechern, Hamburg
Galerie Hartmann & Noé, Berlin
Galerie Boehler, Bensheim
Galerie Krief, Paris
Galerie ARTforum, Hannover
Galerie Ursula Wiedenkeller, Zürich

1995
Galerie am Kleinen Markt, Mannheim
Espace Suisse, Strasbourg
Galerie Bommer, Zug
Galerie Bernhard Schindler, Bern

1996
Galerie Triebold, Basel
Galerie Holbein, Lindau
Galerie Bergmann, Malmö (S)
Galerie Hannelore Lötscher, Luzern
Kunstkabinett, Regensburg
Galerie Rasmus, Odense (DK)

1997
Galerie Hartmann & Noé, Berlin
AL Galerie Walz, Stuttgart
Galerie und Edition Remy Buccialy, Colmar

1998
Galerie La Cité, Luxembourg
Galerie Gardy Wiechern, Hamburg
Galerie Bernhard Schindler, Bern
Galerie ARTforum,Hannover
Athena Art Gallery, Kortrijk (B)
Galerie Carla Renggli, Zug
Galerie Ursula Wiedenkeller, Zürich
Galerie Möller Witt, Sönderburg (DK)
BMB Galerie, Amsterdam

1999
Galerie Hartmann & Noé, Berlin
Galerie Rasmus, Odense (DK)
Galerie Elitzer, Saarbrücken
Galerie Hannelore Lötscher, Luzern
Galerie 89, Aarwangen

2000
Galerie Graf & Schelble, Basel
Galerie Klaus Braun, Stuttgart
Galerie Hilger Extern, Wien
Galerie Holbein, Lindau
BMB Galerie, Amsterdam
Kunstverein Eislingen
Galerie Carla Renggli, Zug
Kunstraum Victor Hotz AG, Steinhausen

2001
Galerienverein Leonberg
Städtische Galerie im Fruchtkasten
des Klosters Ochsenhausen
Galerie Bergman, Malmö (S)
Galerie Rasmus, Kopenhagen
Galerie Klaus Braun, Stuttgart
Galerie Ursula Wiedenkeller, Zürich
Kunstagentur Karin Melchior, Kassel

2002
Remise DEGEWO, Berlin
Kunst Im Alten Schützenhaus,Zofingen (CH)
Galerie Ursula Wiedenkeller, Zürich
BMB Galerie, Amsterdam
Kunstverein Krefeld