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VILLEGLÉ Jacques : 1969 - Prägedruck von Jacques VILLEGLÉ

1969 - Prägedruck von Jacques VILLEGLÉ
Preis
1,400.00 € 
(Foreign countries : without V.A.T – Without frame)
Künstler
VILLEGLÉ Jacques
Technik
Prägedruck
Untergrund
Handgeschöpftes Papier
Format (cm)
76x56 cm

Biographie de VILLEGLÉ Jacques

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der 1926 in Quimper geborene Bretone Jacques Villeglé, dessen vollständiger Name Jacques Mahé de la Villeglé lautet, beginnt 1944 eine Ausbildung als Maler an der Kunstakademie in Rennes. Dort lernt er Raymond Hains kennen. Ihre Unzufriedenheit mit der akademischen Ausbildung und die damit verbundene Außenseiterposition führt sie zusammen und lässt sie Freunde werden. Villeglé wechselt zur Architektur und geht nach Nantes, Hains bricht das Studium ab und zieht nach Paris. Aber auch mit der Architektur ist Villeglé nicht glücklich. Lieber sammelt er auf langen Spaziergängen am Atlantik Fundstücke, die er zu Skulpturen zusammenfügt. Darunter sind beeindruckende Werke aus Stahl- und Eisendraht, von denen er Hains in seinen Briefen berichtet. Hains hat inzwischen den anonymen Plakatabriss der Straße als künstlerische Manifestation entdeckt. Erst fotografiert er ihn nur, dann reißt er ihn ab und klebt ihn auf Leinwand.

 1949 kommt auch Villeglé nach Paris, und die beiden praktizieren in den folgenden fünf Jahren bis 1954 die Strategie des künstlerischen Plakatabrisses gemeinsam. Ihre erste vierhändige Arbeit ist Ach Alma Manetro, so genannt nach den Wortfragmenten, die auf dem Abriss auftauchen. Während Villeglé den Plakatabriss auch in den folgenden Jahren und Jahrzehnten als seine künstlerische Lebensaufgabe betrachtet, wendet Hains sich im Folgenden stärker Werken zu, in denen er mit der Dekonstruktion von Sprache arbeitet. Beide stehen in einer bewusstseinskritischen Kunsttradition, die auch die anderen Plakatabreißer, François Dufrêne und der Italiener Mimmo Rotella, teilen. Dufrêne favorisiert bei seinen Abrissen die „malerischen“ Rückseiten der Plakate, Rotella reißt im Gegensatz zu den Pariser Affichisten seine Plakate um des von ihm gewünschten Effektes willen lieber selbst ab, statt die Aufgabe anonymen Passanten zu überlassen.

 Solch eigenmächtige Eingriffe sind für Villeglé völlig ausgeschlossen. Für ihn liegt der künstlerische Wert des Abrisses gerade in seiner anonymen Bearbeitung. Nur dadurch wird er zum authentischen Zeugnis seiner Zeit.

 In den Bildern, die durch die Abrissakte der Passanten sichtbar werden, mischen sich die unterschiedlichsten Stimmen. Das Gestern begegnet dem Heute, der Revolutionär dem Reaktionär, der Konsum seiner Kritik, der Kapitalismus seiner Unterwanderung.

 Der Kritiker Benjamin Buchloh hat in einem Essay zur Bedeutung des Plakatabrisses hervorgehoben, dass er vielleicht „die am meisten unterschätzte und missverstandene künstlerische Aktivität im Europa der Nachkriegszeit“ ist.

 

Genau dieses künstlerische, aber auch gesellschaftskritische Potenzial des Plakatabrisses ist es denn auch, das Villeglé dieses Verfahren seit mehr als fünf Jahrzehnten hat praktizieren lassen. Inzwischen ist sein Werkverzeichnis in sieben Bänden erschienen, in denen die Abrisse nach unterschiedlichen Kategorien klassifiziert sind, die sowohl ihre inhaltliche, politische und sozioökonomische als auch ihre formale, malerische und typografische Qualität herausheben. In der Ausstellung der Stiftung Ahlers Pro Arte / Kestner Pro Arte finden sich exzellente frühe Abrisse aus den fünfziger und sechziger Jahren. Sie vermitteln in ausgezeichneter Weise, was Villeglé im Rückgriff auf Balzacs comédie humaine als comédie urbaine bezeichnet hat. 

Michael Stoeber

1998 ersteht das Museum für Moderne Kunst in Paris das erste Werk von Villeglé.

Seit 2013 arbeitet L’Estampe mit Villeglé zusammen.

 

Austellungen (Auswahl seit 2000)

 

2011   

 Modernism, San Francisco

Matisse Art Gallery, Casablanca & Marrakech, Maroc

Trajectoire Urbaine, Alexia Goethe Gallery, Londres, Angleterre

2010   

 La peinture dans la non peinture, galerie Georges-Philippe & Nathalie Vallois, Paris

2009

Petits formats 1958-2002, galerie Georges-Philippe & Nathalie Vallois, Paris

Vacanze Romane, Galleria Mucciaccia, Rome, Italie

2008   

Galleria Agnellini Arte Moderna, Brescia, Italie

Modernism, San Francisco, U.S.A

Alan Koppel Gallery, Chicago, U.S.A.

De la transgression à la collection 1947-2008, Musée départemental, Épinal

La Comédie urbaine, MNAM, centre Pompidou, Paris

2007   

 Stiftung Ahlers/Kestner Pro Arte, Hanovre

ArtParis 07 - Guy Pieters Gallery, Grand Palais, Paris

Graphismes sociopolitiques, Lucien Schweitzer, Luxembourg

Il Décollage di un grande maestro, Vecchiato New Art Galleries, Padoue, Italie

La Lettre lacérée, Galerie Georges-Philippe & Nathalie Vallois, Paris

2006   

 Museo de la Ciudad, Valence, Espagne

Le Quartier, Quimper

École d'arts plastiques, Châtellerault

Décollages & Drawings, Modernism, San Francisco, U.S.A.

Early Works - 1960-1970s, Alan Koppel Gallery, Chicago, USA

Jacques Villeglé, Le Quartier, Quimper

Jacques Villeglé & l'Atelier d'Aquitaine, Guy Pieters Gallery, Knokke, Belgique

Jacques Villeglé La Pelle della cittá, Tonelli Galleria d'Arte Moderna, Milan, Italie

2005

Arsenal, Metz

Politiques, galerie Georges-Philippe & Nathalie Vallois, Paris

Villeglé sur les pas de Nestor Burma, Galerie Sonia Zannettacci, Genève, Suisse

2004

L'Art est fait par tous et non par un, Centre d'art contemporain, Istres

Le Chaos Socio-Politique, Galerie d'Art contemporain, les Urbanistes, Fougères

2003   

 Centro Cultural Recoleta, Buenos Aires, Argentine

Modernism, San Francisco, U.S.A.

Alphabet sociopolitique, musée Sainte-Croix, Poitiers

Héraldique de la subversion, Musée d'art contemporain, Lyon

Jacques Villeglé ravisseur d'affiches, La Cohue, Vannes

Sans lettre-sans figure, galerie Georges-Philippe & Nathalie Vallois, Paris

2002   

Jacques Villeglé, Château de la Briantais, Saint-Malo

2001   

 Mayor Gallery, Londres, Grande-Bretagne

Chac Mool Gallery, Los Angeles, U.S.A.

Décentralisation 3, F.R.A.C. Corse, Corte

Images, galerie Georges-Philippe & Nathalie Vallois, Paris

Jacques Villeglé, Galerie espace-expo, Betton

Works of protest 1960s-1990s, Alan Koppel Gallery, Chicago

2000   

 Dans la rue - Jacques Villeglé & Pierre Henry, Cité de la Musique, Paris